2015 wurde die Band müde gegründet. Zwei Jahre lang spielte das Ensemble abends Drone-Musik im Proberaum von Peter Rubel, Edis Ludwig und Joel Roters in Essen. Die Idee zur Band ging vermutlich von Peter aus, der zu dieser Zeit gemeinsam mit Emily Wittbrodt an der Folkwang Universität der Künste studierte. Meist waren alle Beteiligten müde – hatten aber dennoch große Lust, miteinander Musik zu machen und Stücke für diese ungewöhnliche Besetzung zu entwickeln: Akkordeon, Cello, Shruti-Box, Elektronik, Haushaltsgegenstände und Gesang.
Für Emily war diese Zeit besonders prägend. Im klassischen Studium fand sie kaum Anschluss, interessierte sich jedoch zunehmend für Improvisation und experimentelle Musik. In müde fand sie ihre ersten musikalischen Verbündeten. Zum ersten Mal hörte sie ihr Cello in einer solchen Besetzung und verstärkt über einen Gitarrenverstärker – ein aufregendes Erlebnis, das sich vielversprechend anfühlte. Geprägt war diese Phase im Ruhrgebiet von einer lebendigen Szene rund um das Makroscope in Mülheim an der Ruhr. Dort – wie auch an anderen Orten der Region – entstand aus einem konsequenten DIY-Ansatz heraus eigenständige Musik, oft unter dem Radar und im besten Sinne abseitig. Viele der damals gehörten und erlebten Spielhaltungen und Ideen wirken bis heute nach und prägen das musikalische Interesse und Schaffen von Emily.
2016 spielte müde ein letztes, legendäres Konzert an der Kunsthochschule Mainz, bevor sich die Band auflöste. Peter und Joel wurden später mit International Music und The Düsseldorf Düsterboys bekannt, während sich die Wege der Beteiligten trennten. Nun kommt müde im Rahmen von NICA live erstmals wieder zusammen.
Foto: müde © Artist