Judith Hill hat sich als eine der dynamischsten und vielseitigsten Künstlerinnen der Musikbranche etabliert. Von ihrem Durchbruch bei „The Voice“ bis hin zur Zusammenarbeit mit Legenden wie Stevie Wonder, Michael Jackson und Prince – Judiths bemerkenswertes Talent hat ihr weltweit Anerkennung bei Kritiker:innen und eine treue Fangemeinde eingebracht. Ihre Musik verbindet mühelos Elemente aus Soul, Funk, R&B und Pop und schafft so einen Sound, der ganz und gar ihr eigener ist.
Letters From A Black Widow folgt auf Hills 2021 erschienenes Album Baby, I’m Hollywood!, das von der Kritik hochgelobt wurde und von SPIN als „ein funk-rock-souliger Knaller“ beschrieben wurde.
Zwar spielt Hill viele der Instrumente selbst – darunter auch die E-Gitarre, die sie sich seit ihrer letzten Studioveröffentlichung selbst beigebracht hat –, doch ist dieses Projekt kein reines Soloprojekt. Es baut auf dem unerschütterlichen musikalischen Fundament auf, auf das sie sich fast ihr ganzes Leben lang stützen konnte: Zu Hills Band gehören ihre Eltern, der Bassist Robert „Peewee“ Hill und die Keyboarderin Michiko Hill. Außerdem wird sie von John Staten (Schlagzeug und Percussion), Daniel Chae (Streicher) und einer Gruppe hervorragender Freunde unterstützt, die den Hintergrundgesang beisteuern.
Letters from a Black Widow ist ein beeindruckender Schlachtruf – ein albumlanges Passionsspiel aus Soul, Funk und Gospel, das spektakulär komponiert, arrangiert und interpretiert ist.
Jeder, der Judith Hills Geschichte verfolgt hat, wird „Letters from a Black Widow“ als einen Albumtitel erkennen, der einem die Sprache verschlägt. Der von der Boulevardpresse geprägte Begriff „Black Widow“ entstand nach dem Tod ihrer beiden starbildenden Kollaborateure Michael Jackson und Prince durch Überdosis. Er wurde zu einem Schimpfwort, das Internet-Trolle der gefeierten Künstlerin entgegenwarfen und das Verschwörungstheorien und Schamkampagnen anheizte – ein Trauma, das beinahe das Ende ihrer Karriere bedeutete, zu der auch ein Grammy für ihre Rolle in dem Oscar-prämierten Dokumentarfilm „20 Feet from Stardom“ gehört.
„Jahrelang war die ‚Black Widow‘ eine so dunkle Präsenz in meinem Leben, die zu bedrohlich und einschüchternd war, um überhaupt darüber zu sprechen“, sagt Hill. Doch ein Jahr nach Beginn der Pandemie hatte sie Zeit und Raum für eine tiefgreifende Auseinandersetzung. „Der erzwungene Stillstand ermöglichte es mir, an einen tieferen Ort zu gelangen, alles wirklich auf mich wirken zu lassen und herauszufinden, was mein Kern ist, worüber ich wirklich sprechen musste. Ich stellte fest, dass ich den Mut und die Kraft hatte, mich all dem zu stellen – meinem innersten Wesen treu zu bleiben, in die gesamte Erfahrung einzutauchen und einen Ozean der Dunkelheit in Ausdruck zu verwandeln.“
Fotocredit: Judith Hill © Ginger Sole