Ein Schlag auf die Snare, ein leises Rauschen aus dem Verstärker, dann schiebt sich ein feiner Faden Feedback in den Klang. Die Londoner Perkussionistin, Improvisatorin und Klangkünstlerin Regan Bowering verbindet Schlagwerk, Objekte, Lautsprecher und Rückkopplung zu einer Musik, die sich mit jedem Raum neu sortiert. Das Feedback ist dabei weniger Effekt als unberechenbarer Mitspieler.
Ende 2023 erschien ihr Solodebüt Solos for _ _ _ _ Spaces bei Bezirk Tapes. The Quietus beschrieb es als Spiel der Gegensätze: Ausladende Gesten treffen auf knappe Phrasen, mächtiges Feedback wird von zarten perkussiven Bewegungen gezähmt. Im Januar 2026 folgte bei Infant Tree ihr Album A Technology of Feeling. Neben ihrer Soloarbeit bildet sie mit Li Song und Conal Blake ein Trio, das Snare Drums und tragbare Lautsprecher zusammenbringt.
Eingeladen hat sie NICA artist Emily Wittbrodt. Die beiden lernten sich bei einer Session für „Late Junction“ auf BBC Radio 3 kennen, wo Musiker:innen zum ersten Mal aufeinandertreffen und direkt gemeinsam spielen. „Ich finde es immer beeindruckend, wenn Musiker:innen sich ganz ihrer Solopraxis verschreiben und diese richtig ausgereift entwickeln“, sagt Emily. „Das fasziniert mich, wahrscheinlich auch, weil ich selbst so gerne in Bands arbeite und es mir kaum vorstellen kann, alleine so lange den Fokus zu halten.“
Fotocredit: Regan Bowering © Ciara Reddy