Für dieses Konzert lädt NICA artist Marlies Debacker den in Frankreich lebenden Perkussionisten Lê Quan Ninh zu einem Duo ein. Die belgische Pianistin und der französische Schlagzeuger lernten sich in verschiedenen Ad-hoc-Besetzungen kennen und treten nun erstmals in dieser konzentrierten Konstellation gemeinsam auf.
Beide bewegen sich an der Schnittstelle von Improvisation und Interpretation zeitgenössischer Musik und haben sich international in beiden Welten etabliert. Ihre künstlerischen Wege weisen viele Gemeinsamkeiten auf: eine klassische Ausbildung, enge Zusammenarbeit mit Komponist:innen der Neuen Musik, eine rege Konzerttätigkeit in Ensembles und Kammermusikformationen sowie interdisziplinäre Projekte mit Künstler:innen verschiedener Sparten. In ihren Solokonzerten loten Debacker und Ninh die Möglichkeiten zeitgenössischer Improvisation aus. Beide haben dabei eine eigene, zeitlose Klangsprache entwickelt, die über Genregrenzen hinweg wirkt und von Präzision, Konzentration und Virtuosität geprägt ist.
Lê Quan Ninh, 1961 in Paris geboren, verbindet seit den 1980er Jahren Interpretation und freie Improvisation. Er spielte unter anderem mit Peter Kowald, Paul Rogers und Michel Doneda, arbeitet eng mit Tänzer:innen und Choreograf:innen wie Kirstie Simson und Olivia Grandville zusammen und brachte als Gründungsmitglied des Quatuor Hêlios und von ensemble]h[iatus zahlreiche Werke zur Uraufführung, darunter Kompositionen von George E. Lewis, Georgers Aperghis und Kaija Saariaho.
Im Duo treffen zwei resonante Instrumente aufeinander, die perkussive Klänge ebenso hervorbringen können wie dichte, quasi-elektronische Texturen und Spektren. Daraus entsteht ein schier unerschöpflicher Raum an Klangkonstellationen. In der Christuskirche Köln präsentieren Debacker und Ninh eine Musik, in der Klavier und Schlagwerk mal vielschichtig orchestral klingen, mal zu einem homogenen Klangkörper verschmelzen, einer Art Meta-Instrument.
Foto: Marlies Debacker © Rebecca ter Braak, Lê Quan Ninh © Marc Andrea